By stayoutoftherz on Skatehive
Liebe Leser, nichts für schwache Nerven ist die Ausstellung der josephinischen Wachsmoulagen aus den 1780er Jahren, die ich unlängst besucht hatte. Diese weltweit einzigartige Sammlung hat wie durch ein Wunder 250 Jahre nahezu unbeschadet überstanden und ist heute noch an der gleichen Stelle zu sehen, an der sie damals ausgestellt wurde, und in den originalen Vitrinen. Oberitalien war um 1770 das Zentrum der Wachsmodellierkunst zum Zweck der medizinischen Ausbildung. Bei einer Reise nach Florenz 1769 war Kaiser Joseph II. (Sohn und Nachfolger von Maria Theresia) ganz begeistert von den Wachsmodellen im naturwissenschaftlichen Museum La Specola, die sein Bruder, der Großherzog der Toskana, hatte anfertigen lassen. In Folge bestellte er (für 30.000 Gulden) insgesamt 1192 Modelle für die neu gegründete Akademie in Wien. Diese Institution (an der heutigen Währinger Straße 25) war von ihm 1784 gegründet worden als "k.k. medizinisch-chirurgische Josephs-Academie" vor allem zur Ausbildung von